Katzenfutter

Die Ernährung unserer Katzen ist eine komplexe Angelegenheit und spaltet die Katzenfreunde in zwei (oder mehr?) Hälften..

Es gibt die Nassfutterfraktion und die Trockenfutterfraktion. Diese “NaFu” und “TroFu”-Fraktionen lassen sich auch noch mal aufteilen in die, die Supermarktfutter füttern und die, die sich ein bisschen mehr mit der Fütterung ihrer Katze beschäftigen und nicht auf Werbung vertrauen und ausgewogenes Futter füttern (zB hoher Fleischanteil, kein Getreide, etc.). Dann gibt es noch die Frischfleischfraktion…

Wenn man die Zusammensetzung von Tierfutter genau anschaut dann stellt man schnell fest: das einzige, was an industriellem Supermarktfutter gut ist, ist leider die Dose – der Inhalt ganz bestimmt nicht. Man findet darin so ziemlich alles, nur fast kein Fleisch.

Aber eines muss man “Rosa Dosen” und Co. ja lassen: sie machen gute Werbung für schlechtes Katzenfutter. Wenn Sie gerade eine Dose Supermarktfutter – ganz egal ob “Rosa Dose”usw. – zur Hand haben, schauen Sie genau hin – nein, nicht auf das entzückende Bild der kleinen, süssen Katze, sondern auf die Deklaration der Inhaltsstoffe und die Fütterungsempfehlung:

Ganz vorne stehen in der Regel Fleisch und tierische Nebenprodukte (ca. 4-7 %).

Was kann man sich mit 4 % Fleischanteil vorstellen ?

Kurz gesagt: billige Schlachtabfälle, zerkleinertes Fell, Knochen, Federn, Schnäbel, Haare, Krallen, Hufe, Blase und Darm und etliches mehr. Von diesen Abfällen (die übrigens für den menschlichen Verzehr nicht zugelassen sind) stammen 4-7% von dem entsprechendem Tier, sei es Huhn, Rind, Hase…

Da nicht alle Schlachtabfälle bei der Verarbeitung ganz frisch sind, finden sich auch die verschiedensten Schimmelpilze in den Dosen. Damit die Tiere das Zeug noch fressen, werden Abfallfette, Geschmacks- und Konservierungsstoffe und auch Zucker zugesetzt.

Leider kann man aus der Deklaration nicht erkennen, welche Nebenerzeugnisse verwendet werden und wieviel davon. Der grösste Teil ist aber sicher nur: Müll.

Zurück zu den Inhaltsstoffen: als nächstes stehen höchstwahrscheinlich “pflanzliche Nebenerzeugnisse” und “Getreide” auf der Liste.
Das bedeutet im allgemeinen Nussschalen, Getreideabfälle aller Art und vor allem viel billiges Soja. Katzen benötigen diese Stoffe nicht, sondern müssen sie quasi als “Sondermüll” verarbeiten, was im schlimmsten Fall zu Gesundheitsschäden führt und u.U. im Alter erhebliche Tierarztkosten nach sich ziehen. Diese Zusatzstoffe haben in der Katzenernährung nichts zu suchen.
Zum Schluss findet sich noch eine besondere Überraschung in der Dose: Zucker oder Karamell, das genau wie beim Menschen die Zähne angreift und dick macht.

Die Fütterungsempfehlung auf der Whis., Feli. Kit., Dose wird in etwa so aussehen:

“Eine durchschnittlich große Katze von 3-4 Kilo braucht ca. eine Dose (400g) pro Tag.”
Eine Katze benötigt also über 10% ihres eigenen Körpergewichts (???) von diesem Futter, um den Tagesbedarf an allen Nährstoffen und Vitaminen zu decken.
Welche Katze würde denn jeden Tag 400g = etwa 20 Mäuse fangen ???

Bei hochwertigem Dosenfutter liegt die Fütterungsempfehlung wegen der höheren Verwertbarkeit nur noch bei 150g pro Tag, also nicht mal die Hälfte!
(Die Verdaulichkeit/Verwertbarkeit von Supermarktfutter beträgt nur zwischen 15 und 20 %, die von Premiumfutter über 90 %.)

Und jetzt sind wir schon beim Thema: es gibt wesentlich besseres Dosenfutter als “Rosa Dose” und Co., das man aber nicht im Supermarkt bekommt und das auch nicht in Hochglanz im Fernsehen beworben werden muss, um genug davon abzusetzen.

 Gutes Katzenfutter sollte

  •  zu mehr als 70 % aus Fleischanteilen bestehen und keine (oder nur sinnvolle) Nebenerzeugnisse sowie alle notwenigen Vitamine und Mineralstoffe enthalten.
     

  • Definitiv unnötig sind Zucker, unsinnige Füllstoffe, schädliche oder giftige Zusätze und allergieauslösende Substanzen wie Weizen oder Soja. Dieses Futter ist zwar noch lange nicht optimal, aber immerhin ein Anfang!
     

  • Als Ergänzung bietet sich rohes Fleisch an, das nicht nur “Natur pur” ist, sondern auch die Zähnchen putzt, z.B. Rindergulasch

Sind Sie der Meinung, dass Ihr Tier trotz Supermarktfutter gesund aussieht und ein glänzendes Fell hat? Bei einer Umstellung werden Sie bald einen äusseren Unterschied sehen.

Auf Dauer bemerkt man oft auch eine Verbesserung des Körperbaus, der Muskulatur und der Aktivität.

Meine Katze will aber nichts anders als “Rosa Dosen” und Co.

Der Grund, warum Ihre Katze trotzdem das “billigere” oder Supermarkt-Futter lieber mag, ist, dass die minderwertigen Zutaten mit Geruchs- und Geschmacksstoffen versetzt werden und außerdem jede Menge Zucker zugeführt wird, auch wenn die Futtermittelindustrie natürlich andere Argumente für die Beliebtheit ihrer Produkte anführt. Daran gewöhnen sich die Katzen natürlich und werden regelrecht süchtig danach. Deshalb lehnen sie hochwertiges Futter zunächst oft ab, weil die Suchtstoffe darin fehlen.
Einige Premium-Futtermarken wählen ihre Inhaltsstoffe so aus, dass sie weitgehend den natürlichen Nahrungsgewohnheiten der Katze entsprechen. Diese hochwertigen Futtermarken sind sowohl als Nass- wie auch als Trockenfutter erhältlich. Für hochwertiges Futter haben Sie nicht mehr Kosten als für minderwertiges.

Es erscheint auf den ersten Blick teurer, aber da Sie nicht dieselbe Menge brauchen, wirkt es sich finanziell nicht aus.

Premium Futter Marken:

Trockenfutter

  • Vet Concept

  • Hills

  • Orijen

  • Acana

  • Applaws

  • Leonardo

 Nassfutter

  • Vet Concept

  • Feline Porta 21

  • Defu Bio Organic

  • Grau Schlemmertöpfchen

  • Real nature

  • Select Gold

  • Bozita Häppchen in Gelee

  • Miamor

  • Cosma

  • Almo natur

  • Applaws

  • Schesir

  • Animonda

  • Schmusy Fisch

Unsere Katzen und Kitten bekommen von uns:
Vet Conzept, Almo Nature, Applaws, Schesir, Feline Porta 21 und dazu auch rohes Rindfleisch

Tipps zur Umstellung der Ernährung:

Das Futter nicht radikal von heute auf morgen umstellen, das neue Futter nach und nach unter das alte Futter mischen. Wahrscheinlich wird die Katze das neue Futter erst mal ablehnen und in den Hungerstreik treten. Das liegt daran, dass das Supermarktfutter jede Menge Lockstoffe enthält. Ihr müsst Geduld haben und Euch auch nicht von Eurer Katze erweichen lassen. Hier gilt das Motto “Es ist noch keine Katze vor einem vollen Napf verhungert.” Wundert Euch nicht wenn die Katze erst einmal Durchfall bekommt, das bedeutet nicht dass sie das Futter nicht verträgt, Magen und Darm müssen sich von Getreide auf Fleisch umstellen.

Gute Ernährung ist bei Mensch wie Tier immer eine vernünftige Investition in die Gesundheit und spart später oft eine ganze Menge Geld beim Arzt.
Jede Körperzelle mit Nährstoffen zu versorgen ist ein komplexer Vorgang. Jeder Bissen Futter ist vielfachen Verarbeitungsschritten unterworfen, bis er in nutzbare Komponenten umgewandelt ist. Eine Katze mit Magen-Darm-Problemen kann an Erbrechen und Durchfall leiden, was ebenso auf eine leichte wie auf eine schwere Erkrankung hinweisen kann. Ihr Tierarzt wird mit Ihnen und Ihrer Katze zusammenarbeiten, um Behandlung und diagnostische Maßnahmen auszuwählen. Man kann sehr viel tun, und nicht immer ist eine klare Richtung erkennbar. Der Katzenbesitzer kann den Verdauungstrakt seiner Katze schützen, indem er nur gutes Futter verwendet, fremde Objekte aus der Reichweite seiner Katze hält, Leckerchen und Tischabfälle auf ein Minimum reduziert und im übrigen ärztlichen Rat einholt, wenn Probleme auftauchen.

Wichtig ist aus diesem Grund, das eine Katze immer einen vollen Futternapf hat, aus dem sie sich frei bedienen kann, d.h. 20 mal am Tag eine kleine Portion fressen kann. Eine Katze, die mit einem vollen Futternapf aufgewachsen ist und auch weiterhin so gehalten wird, frisst nie zu viel. Anders ist es mit Katzen, die nur zu bestimmten Zeiten gefüttert werden, sie merken, dass das Futter nur sporadisch kommt und versuchen dann, wenn es vorhanden ist, so viel wie nur möglich zu fressen, denn es kann ja sein, das so schnell kein Futter mehr serviert wird. Diese Katzen neigen dazu, sich zu überfressen und können so schnell zu dick werden, da sie durch falsche Fütterung dazu erzogen wurden. Diese Katzen lassen sich auch später nicht mehr umerziehen, deshalb ist es sehr wichtig, das Katzen von klein auf immer eine volle Futterschüssel vorfinden.

Junge Katzen neigen dazu, sich eine sehr schöne Speckschicht anzufressen. Dies ist vollkommen normal! Diese Katzen dürfen nie auf Diät gesetzt werden, denn dies kann sehr schnell zu Wachstumsstörungen führen.

Sehr wichtig also, die ständig gefüllte Futterschüssel. Das Vorgehen dazu ist folgendes:
Es steht immer eine Schüssel mit hochwertigem Trockenfutter bereit, die nie leer sein darf. Dazu gibt es immer eine Schüssel mit genügend frischem Wasser. Dann kommt Dosenfutter oder bei Könnern auch selber gekochtes Futter dazu, dieses wird Morgens und Abends frisch gereicht, im Sommer, wenn es sehr warm sein sollte, wird es auch noch am Mittag erneuert. Immer wenn das Nassfutter erneuert wird, muss noch ein kleiner Rest im Futternapf sein, das sie wegwerfen müssen. Die Menge an Nassfutter muss immer so angepasst werden, das dieser Rest übrig bleibt, ansonsten hatte die Katze eine ungenügende Menge Nassfutter zu fressen erhalten.

Es gibt Züchter, Tierärzte und Katzenhalter, welche die reine Trockenfutterfütterung unterstützen. Trockenfutter wurde das Wasser bis auf einen Rest von ca. 10% entzogen um es Haltbar zu machen. Die Katzen müssen eine sehr grosse Menge an Wasser aufnehmen, damit der Körper dieses Futter richtig verdauen kann. Die allermeisten Katzen nehmen jedoch etwas zu wenig Wasser auf, so das der Organismus mehr belastet wird.   

In Holland wurde vor kurzem eine Studie, die über 15 Jahren lief, abgeschlossen. Diese zeigte, das Jungtiere, die nur mit Trockenfutter aufgezogen wurden, 1/3 weniger gross wurden als ihre anders gefütterten Wurfgeschwister und keine der vielen Katzen, die von klein auf nur mit Trockenfutter ernährt wurde, ist älter als 10 Jahre geworden. Also, Trockenfuttergabe ist vollkommen in Ordnung, aber nur als Zusatzfutter und nicht zur alleinigen Fütterung.

Wer sich “weiterbilden” möchte, dem kann ich diese Seiten hier nur empfehlen:

www.savannahcat.de/katzenernaehrung.html

Jeder Katzenhalter (oder einfach nur ein Interessierter) sollte sich unbedingt die Seiten zur Rohfütterung der Savannahcats durchgelesen haben. Die Seite ist nicht nur interessant, wenn man rohes Fleisch füttern will. Sie erklärt einiges über Katzenernährung und öffnet einem die Augen und weist auf die Irrtümer in der Katzenernährung hin. Außerdem machen die Infos auf dieser Seite Lust auf mehr Infos zu diesem Thema! Es wird empfohlen, die einzelnen Seiten der Reihenfolge nach zu lesen. Am Ende jeder Seite ist der Link für die nächste Seite. Es gibt aber auch die Möglichkeit sich den Text ausdrucken zu lassen (allerdings ohne Links und Literaturhinweise).